Nürnberg aktuell ·
„Die neue Härte“: Gesprächsrunde mit Alice Hasters und Ozan Zakariya Keskinkılıç
Warum gilt Empathie plötzlich vielen als Schwäche? Das Bildungszentrum Nürnberg (BZ) hat die beiden Literaturschaffenden Alice Hasters und Ozan Zakariya Keskinkılıç zu einer Gesprächsrunde eingeladen: Wie haben sich öffentliche Diskurse gewandelt? Wo und warum sind gesellschaftliche Verhärtungen und neue Feindbilder zu beobachten? Und wie kann solidarisches Zusammenleben trotzdem gelingen? Die Diskussion findet am Samstag, 7. November 2026, von 18 bis 19.30 Uhr im Fabersaal E.14 im Seminargebäude des Bildungszentrums am Gewerbemuseumsplatz 2 statt (Kursnummer 30804). Die Teilnahme kostet 12 Euro. Weitere Informationen und die Möglichkeit, Tickets zu kaufen, gibt es auf bz.nuernberg.de.
Die Autorin Alice Hasters arbeitete unter anderem für die Tagesschau und moderierte bei Deutschlandfunk Nova sowie dem RBB. Gemeinsam mit Maxi Häcke spricht sie im Podcast „Feuer & Brot“ über Feminismus und Popkultur. Ihr Bestseller „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ belegte 2020 Platz 5 der Jahresbestsellerliste Sachbuch im Paperback. 2023 erschien „Identitätskrise“, zuletzt „Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten“.
Ozan Zakariya Keskinkılıç studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt „Prinzenbad“, 2023 das Sachbuch „Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes“. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 wurde er unter anderem mit dem ZDF-»aspekte«-Literaturpreis und dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet, 2026 mit dem Max Frisch-Förderpreis. Bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur im Juni 2026 in Klagenfurt gewann er den Deutschlandfunk-Preis. „Hundesohn“ ist sein erster Roman.
Mit Alice Hasters und Ozan Zakariya Keskinkılıç treffen zwei Stimmen aufeinander, die sich in ihrer publizistischen und literarischen Arbeit intensiv mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen, Ausgrenzung und dem menschlichen Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit auseinandersetzen. Alice Hasters untersucht in ihrem aktuellen Buch „Anti Opfer“, warum Verletzlichkeit zunehmend als Schwäche gilt und Mitgefühl an gesellschaftlicher Selbstverständlichkeit verliert. Ozan Zakariya Keskinkılıç hinterfragt in seinen Sachbüchern und literarischen Texten gesellschaftliche Zuschreibungen und stereotype Denkmuster. Sein Roman „Hundesohn“ erzählt von Liebe, Sehnsucht und Verletzlichkeit jenseits vereinfachender Identitätsbilder. Gemeinsam eröffnen die beiden unterschiedliche Perspektiven auf die Frage, wie gesellschaftliche Härte entsteht und was es braucht, um einander mit Empathie zu begegnen. jos
Quelle: Stadt Nürnberg · Amt für Kommunikation und Stadtmarketing